9 Headline-Tipps, die Sie jetzt kennen sollten

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Beim Lesen von Online-Texten möchten die meisten Menschen möglichst schnell herausfinden, ob ein Text interessant und lesenswert ist. Dabei ist das Scannen der Headline einer der wichtigsten Schritte, die die Leser unternehmen, um den Text auf Relevanz hin abzuklopfen.

Der Headline kommt also eine überragende Bedeutung zu. Im besten Fall können gute Überschriften potentielle zu wirklichen Lesern machen, das Image eines Unternehmens prägen und für einen Wiederkennungswert sorgen. Andersrum kann eine unglücklich formulierte Überschrift zu einer hohen Abbruchrate und eine Schädigung des Images führen. Wie schreibt man also eine gute Headline? Eine Zauberformel haben wir zwar leider nicht, dafür aber ein paar Tipps.

Verständlich, kurz und bündig

Es klingt zwar einfach, ist es aber nicht unbedingt: Halten Sie sich kurz. Ausschweifende, komplizierte Formulierungen und Füllwörter haben nichts in der Headline zu suchen. Auch mit Fachbegriffen und Fremdwörtern sollten Sie vorsichtig sein, denn sie könnten Ihre Leser verschrecken. Denken Sie daran, dass viele Menschen Überschriften oft nur scannen. Sie müssen auf einen Blick verstehen, worum es geht.

Mit Powerwörtern an die Macht

Weil Ihnen nur ein begrenzter Platz zur Verfügung steht, müssen Sie Ihre Wörter mit Bedacht wählen. Interessanterweise funktionieren beispielsweise nicht nur positive, sondern auch negative Superlative sehr gut. Zwar können erstere mitreißend und animierend wirken, einige Leser haben sich daran aber schon sattgesehen. Für mehr Abwechslung (und manchmal auch für einen Überraschungseffekt) setzen manche Autoren deshalb auf negative Wörter. Gern verwendet wird auch das Wort „jetzt“. Es weist auf die Dringlichkeit hin, warum man gerade in dieser Minute den Artikel lesen sollte und nicht etwa später (falls man es dann überhaupt noch macht). Hier finden Sie zum Beispiel eine Liste mit wichtigen Powerwörtern.

How to write great headlines

Sie kennen sich in einem Thema richtig gut aus und haben einen Beitrag geschrieben, der Tipps und Tricks oder eine Schritt-für-Schritt-Anweisung enthält? Dann machen Sie das unbedingt in der Überschrift deutlich! Headlines die mit „How to“ oder „Wie du“ bzw. „Wie Sie“ kommen oft sehr gut an, denn sie versprechen einen Mehrwert.

Zahlen und Listen

Die Headline soll Auskunft über den Inhalt des Artikels geben, logisch. Bei „15 coole Bars in Berlin“ weiß man beispielsweise direkt, was man zu erwarten hat. Die Headline ist kurz, leicht verständlich und macht neugierig, denn vielleicht kennen Sie ja nur ein paar coole Bars und möchten gern neue kennenlernen. Außerdem wissen Sie schon durch die Überschrift, dass der Artikel leicht und schnell lesbar sein wird, denn höchstwahrscheinlich ist er in Listenform gehalten. Übrigens funktionieren ungerade Nummern besonders gut in Überschriften, was daran liegen könnte, dass man das Gefühl hat, einen Bonuspunkt zu bekommen. Höhere Zahlen und damit mehr Punkte suggerieren zwar einen großen Mehrwert, allerdings gibt es auch Zielgruppen, bei denen niedrigere Zahlen besser funktionieren – nämlich all jene, die wenig Zeit zum Lesen haben. Das Onlinemagazin „Mit Vergnügen“ setzt beispielsweise sehr oft auf 11er und 21er Listen für Restaurantempfehlungen, Berlintipps und ähnliches.

Warum, weshalb, wieso?

Überschriften als Frage zu formulieren ist eine gute Möglichkeit, die Neugier der Leser zu wecken. Nach dem Überfliegen der Headline machen sie sich bestenfalls eigene Gedanken zum Thema und möchten ihre Antwort mit der des Autoren abgleichen.

Über Schrift und Spiel

Dieser Tipp richtet sich eher an Fortgeschrittene, denn Wortspiele können zwar für viel Aufmerksamkeit sorgen, sind aber nicht jedermanns Sache. Hier ist es also besonders wichtig, die Leserschaft im Auge zu haben. Soll es auf der intellektuellen Ebene ansprechend sein (in dem man beispielsweise Bezug auf die Nachrichten nimmt) oder eher flach und leicht verständlich? Eine Überschrift, die sehr gut funktionier hat, war „Yes, we scan“. Sie ist kurz, prägnant, nicht zu gewollt und gehaltvoll. Deshalb gewann die Schlagzeile der Bild auch den Titel „Schlagzeile des Jahres 2013“.

Sprechen Sie Ihre Leser an

Schauen Sie mal in unsere Überschrift. Wir haben eine Zahl reingenommen und das Powerwort „jetzt“. Fällt Ihnen noch etwas auf? Genau: Wie haben Sie direkt angesprochen. Damit versucht man im Allgemeinen, eine (emotionale) Bindung zwischen Autor und Leser herzustellen.

Aller Anfang ist leicht

Lesen Sie ihren Text noch mal durch und schreiben Sie anschließend eine Zusammenfassung (ein bis zwei Sätze). Dann streichen Sie alle Füllwörter raus. Übrig bleiben nur die Kerninformationen, aus denen Sie nun eine Überschrift basteln können.

Abstand gewinnen

Sollten Sie noch ein wenig Zeit bis zur Abgabefrist haben, empfiehlt es sich, das Geschriebene beiseitelegen und mit etwas Abstand noch mal lesen. Außerdem kann es hilfreich sein, einen Kollegen nach der Meinung zu fragen. Am besten jemanden, der den Artikel nicht kennt und nach dem Lesen der Headline auf das Thema schließen soll.

Mehr Tipps und Trick sowie eine Wortwolke für abwechslungsreiche Überschriften finden Sie beispielsweise hier.

Michael SiegleComment