Über die Briefing-Kultur

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Als externer Dienstleister arbeiten wir mit einer Vielzahl an Auftraggebern unterschiedlichster Couleur zusammen. Gemäß unseres Selbstverständnisses als professionelle Textagentur tragen wir Sorge, jedem unserer Kunden ein individuell geschnürtes Leistungspaket anzubieten. Klare und stringente Briefings sind die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit. Sie entscheiden, wo es langgeht und geben den Ton an.

Was macht ein gutes Briefing aus?

Der Begriff Briefing stammt ursprünglich aus dem Militär-Jargon und bezeichnet eine kurze und knappe Lagebesprechung der Tagesbefehle. Ähnlich ist es auch bei dem Umgang mit externen Agenturen/Dienstleistern: Hier geht es um konkrete Informationen über alle Daten und Sachverhalte, die benötigt werden, um einen Auftrag adäquat ausführen zu können.

An dieser Stelle beginnt jedoch diese Analogie bereits zu hinken. Während der Soldat nach seinem Briefing voll und ganz darüber Bescheid weiß, was zu tun ist und was nicht, tappt der Projektmanager meistens noch im Dunkeln. Denn hier ist das Motto ‚kurz und knapp‘ oftmals nicht ausreichend.

In der Realität bleibt jedoch oft nicht viel Zeit für ein fundiertes Briefing-Konzept. Ein paar Text-Beispiele und Wording-Häppchen wie „ehrlich, informativ, zielgruppengerecht, cool“ müssen reichen. Sie geben zwar Einblick in Form und Stil, sind aber auch nur bedingt inspirierend.  Denn Fragen wie:

  •   „Was bedeutet cool im Kontext der jeweiligen Company?“

  •   „Wer ist denn eigentlich die Zielgruppe?“ und

  • „Auf welchen Fokus zielt der Informationsgehalt ab?“

bleiben unbeantwortet und interpretationswürdig. Wobei es sich hierbei um alles andere als redundante Fakten dreht! Besonders in heutigen Zeiten, in denen Marken Botschaften übermitteln und das Konsumieren zum Erlebnis wird, ist die Abkapselung von Webprojekten dieser Art strategisch gesehen unklug.

Welchen Nutzen haben stimmig ausgearbeitete Firmen-Philosophie, Leitstrategie und Corporate-Überlegungen, wenn sie nicht an die entsprechenden Stakeholder weiter getragen werden? Wie sollen Marke und Botschaft ganzheitlich über sämtliche Kanäle kommuniziert werden.

Ein gründlicher und erfolgsversprechender Briefing-Prozess  sollte daher so aussehen:

  • Briefing-Prozess

  • Vor-Briefing / Vor-Recherche

  • Schriftliches Briefing

  • Check und Fragelisten

  • Mündliches Briefing

  • Briefing-Bericht

  • Internes Agentur-Briefing

  • Re-Briefing

  • De-Briefing

Der erfolgsorientierte Briefing-Prozess ist weder statisch noch einseitig kommuniziert. Denn nur, wenn im Briefing eine offene und produktive Kommunikationssituation entsteht, können auch unartikulierte Hintergründe sowie implizierte Grundannahmen besser verstanden werden. Daher sollte der ganze Briefing-Prozess als echter Dialog mit intensivem und beratendem Austausch betrachtet werden.

Schließlich sind es die durch ein Briefing ausgelösten Diskussionen und Interpretationen, die wahre Synergie-Effekte freilegen und produktive Spannung entstehen lassen.

Michael SiegleComment